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The First Time - Tivanas Geburt
- und die geschichte nimmt ihren lauf -

Tivanas Geburt
Foto & Postwork: Morgan MacAilis (Copilot)

Lost Shadowlands, im Jahre 721 nach dem Untergang des Darklords.
Im Dorf Inocencia herrschte reges Treiben. Alles war friedlich und idyllisch. Die Bewohner gingen ihren üblichen Gewohnheiten nach. Es war für sie ein Tag wie jeder andere auch. Nur einer befand sich in heller Aufregung: Tarian. Unruhig schritt er vor seinem kleinen Häuschen auf und ab. Angestrengt lauschte er den Geräuschen, die schwach zu ihm drangen.
Wie lange noch? Wann war es soweit? So viele Fragen schossen ihm durch den Kopf, so viele Ängste quälten ihn. Seine Frau Fairles erwartete ihr erstes Kind. Sie lag schon seit Stunden in den Wehen, und noch immer hatte kein Babygeschrei die Stille durchbrochen. Tarian wurde immer nervöser. Würde alles gutgehen? Warum dauerte es nur so lange? Er näherte sich der Tür, konnte das Warten nicht mehr ertragen. Er wollte zu seiner geliebten Fairles, wollte ihr helfen, ihre Hand halten, ihre schweißbedeckte Stirn kühlen....
Gerade als er im Begriff war nach der Türklinke zu greifen, erklang aus dem Innern des Hauses ein Schrei. Schnell trat er ein und sah, wie die Hebamme ein Neugeborenes in Fairles' ausgestreckte Arme legte. Tarians Augen füllten sich mit Tränen. Er war sprachlos und unendlich glücklich.... seine Frau, sein Kind....

Langsam ging er auf das Bett zu. Fairles hob den Kopf, lächelte und reichte ihm mit einer stummen Geste das winzige Bündel.
"Meine Tochter, unsere Tochter...." verlegen brach er ab, ihm fehlten die Worte. Sein Herz schlug bis zum Hals und ihm war, als sei ihm die Kehle zugeschnürt.
"Ja, unsere Tochter Tivana. Ist sie nicht niedlich, und schau dir ihre kleinen Hände an, wie sie nach deiner Hand greift."
Auch Fairles war glücklich, überglücklich und unendlich erleichtert, denn die Geburt hatte sie sehr geschwächt. Jetzt endlich konnte sie in Ruhe schlafen. Tarian schaute seine Tochter liebevoll an und strich ihr behutsam über das Köpfchen. Dabei merkte er nicht, wie seine Frau in den Schlaf des Todes hinüberglitt. Niemals wieder würde ihr Lachen erklingen, und das Kind würde nie die Liebe seiner Mutter erfahren....

Nachdem Tarian seine Frau zur letzten Ruhe getragen hatte, zog er sich völlig in sich zurück. Er hatte nicht einmal mehr die Kraft, sich um seine kleine Tochter zu kümmern. Also übernahm seine Schwester Tyrina, die im Nachbarhaus wohnte, die Pflege. So kam es, dass Tivana die ersten Monate ihres Lebens bei ihrer Tante verbrachte. Sie entwickelte sich prächtig und außer der Nähe zu ihrem Vater fehlte es ihr an nichts.

Doch eines Nachts, es wütete ein furchtbarer Sturm, erkrankte Tyrina. Am nächsten Morgen wurde Tarian durch ein leises Weinen geweckt. Er schlug die Augen auf und erblickte zu seiner Überraschung eine Wiege direkt neben seinem Bett, in der Tivana lag.. Sie schaute ihn mit traurigen Augen an. Vorsichtig nahm er seine Tochter auf den Arm und machte sich auf den Weg zu seiner Schwester. Er wollte dir zur Reden stellen und wissen, warum sie Tivana Nachts zu ihn gebract hatte. Er fand sie tot in ihrem Bett liegend vor. Noch Jahre später erzählte man sich von dem unheimlichen, schmerzerfüllten Schrei, der an diesem Morgen durch Inocencia gellte.

Was sollte Tarian jetzt machen? Seine kleine Tochter erinnerte ihn so an seine Frau, dass ihr Anblick sein Herz fast zerriss. Und wie war das Kind eigentlich in sein Haus gelangt? Woher stammte die Wiege? Er war sich ziemlich sicher das er diese Wiege noch nie zuvor gesehen hatte.

Tarian hatte nicht die Kraft, über all diese Dinge nachzudenken. Er versorgte das Kind tagsüber mechanisch und brachte es abends ins Bett. Danach legte er sich selbst hin, doch er fand keinen Schlaf. Leise weinte er in die Dunkelheit hinein, bis er schließlich vor Erschöpfung einschlief....

"Tarian, mein Geliebter… Du darfst dich nicht so hängen lassen. Du musst unsere Tochter beschützen, denn sie wird einmal eine sehr wichtige Rolle in der Geschichte spielen. Schenke ihr all die Liebe, die du einst mir gegeben hast. Und eines Tages, wenn die Zeit gekommen ist, werden wir uns wiedersehen."
Erschrocken fuhr er auf. Was war das gewesen? Träumte er? Fairles hatte zu ihm gesprochen, sie hatte ihn im Schlaf besucht! Er konnte ihre zarte Berührung noch immer auf seiner Haut spüren. Und in diesem Moment begriff er endlich, dass Tivana alles war, was ihm von seiner großen Liebe geblieben war. Er hatte dieses kleine Kind so schändlich vernachlässigt. Er konnte an Vergangenem zwar nichts ungeschehen machen, aber fortan würde er seiner Tochter all seine Liebe schenken.

In den folgenden Jahren wachte er über Tivana wie über seinen eigenen Augapfel. Er brachte ihr alles bei, was man zum Überleben wissen musste. Er unterrichtete sie sogar im Umgang mit Waffen, denn er wusste, dass überall Gefahren lauerten. Er wollte die absolute Gewissheit haben, dass Tivana auf sich allein aufpassen konnte, wenn er eines Tages nicht mehr wäre....
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