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The First Wave - Fanja
- die reise beginnt - das wortlose buch -
Und es begab sich zu einer Zeit.... Nein, so möchte ich nun echt nicht anfangen. Denn es ergab sich bei mir nichts, zumindest zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Aber dazu kommen wir später....


Picture made with Daz Studio & Copilot

Also, eigentlich war ich mit meinen Leben ganz zufrieden, eigentlich. Ich konnte mich nicht beklagen, das Schicksal hatte es gut mit mir gemeint. Ich hatte eine Familie, die hinter mir stand, eine süße kleine Eigentumswohnung, einen tollen Job und mein Auto war fahrtüchtig, meistens zumindest.
Auch über einen zu kleinen Freundeskreis konnte ich mich nicht beschweren. Im Gegenteil, manchmal sehnte ich mich nach weniger Trubel und mehr Zeit für mich. Aber insgesamt war alles in Ordnung, so wie es war.
Es war auch nicht so, dass mein Leben unerfüllt gewesen wäre. Die Arbeit im Laden meines Onkels, er hatte eine kleine Buchhandlung, bereitete mir Freunde. Wann immer er quer durchs Land reiste, um neue oder alte, besondere Bücher aufzuspüren, übertrug er mir die volle Verantwortung für den Laden. Meine Zweitbeschäftigung, ich komponierte digitale Klänge für die Galerie meiner besten Freundin Rose, befriedigte und forderte mich. Von mir wurde ein hohes Maß an Fantasie und Kreativität erwartet, da meine Musik und die Objekte der jeweiligen Ausstellung perfekt harmonieren mussten. Und ich war verdammt gut darin.
Meinen treuen Gefährten, Hemingway, eine kleine und süße Englische Bulldogge mit einer einzigartigen Färbung, liebte ich über alles und ebenso stark schlug mein Herz für meinen Freund Josh.

Ich konnte mir das innere Unwohlsein, diese Unruhe, die mich seit kurzem ständig begleitete, einfach nicht erklären. Dieses Gefühl nagte an mir, ließ mich in ruhigen Momenten nicht wirklich zur Ruhe kommen und brodelte unaufhörlich in den Tiefen meiner Seele, oder wo auch immer es sich verbarg. Wie gesagt, abgesehen von dieser lästigen Unruhe war ich eigentlich ganz zufrieden mit meinem Leben.
Ein fast normaler Tag....


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Heute war wieder einer dieser Tage, an denen alles schief ging, was schiefgehen konnte. Angefangen beim nicht funktionierenden Wecker und dem fehlenden Warmwasser im Duschkopf (ich bin noch nie in meinem Leben so schnell aufgewacht), setzte sich mein Pech den ganzen Tag fort. Verschütteter Kaffee auf meiner neuen weißen Bluse, falsch geliefertes Essen zum Mittagessen (ich hasse Rosenkohl) und ein verpasster Bus (mein Auto stand zu dem Zeitpunkt in der Garage) trugen nicht gerade zur Stimmungsaufhellung bei. Endlich zu Hause, wollte ich eigentlich nur noch eine Tasse Tee, meine aktuelle Lieblingsserie und eine Kuscheleinheit mit Hemingway. Doch wie das Leben so spielt, wurde daraus nichts, denn aus irgendeinem Grund gab es in meiner Wohnung kein Internet und an Seriengucken war somit nicht zu denken.
Also schnappte ich mir aus der Kiste eines der alten Bücher, die mein Onkel auf einem Flohmarkt gekauft hatte. Ich musste noch Zustand und Inhalt prüfen, um zu entscheiden, welche sich zum Verkauf eigneten und welche ihren Platz in der „Zu verschenken“-Kiste finden würden.

Das Buch war groß, dick und schwer und sah sehr alt aus. Es war nicht abgenutzt und voller Gebrauchsspuren, nein, es schien, als stamme das Buch aus einer längst vergangenen Zeit. Sein Einband war in rötlich-braunen Farben gehalten und die goldenen Verzierungen auf der Vorderseite schimmerten im Licht. Der Titel war in einer mir unbekannten Schrift geschrieben und machte mich noch neugieriger auf den Inhalt, auch wenn das Risiko sehr groß war, dass ich nichts lesen konnte. Also schnappte ich mir meinen Tee, zog mich in meine gemütliche Ecke auf dem Balkon zurück und machte es mir bequem. Hemingway, der sich zu meinen Füßen niederließ, schien von dem Buch nicht gerade beeindruckt zu sein, da es ihm schließlich den Platz auf meinem Schoß streitig machte.

Und dann schlug ich das Buch auf....

"Die Welt der Fantasie ist geschaffen, um ab und an eine Auszeit von der kalten Realität zu nehmen....
aber man sollte nicht in ihr gefangen sein.."

Ein merkwürdiges Gefühl beschlich mich, ich kann es nicht wirklich benennen. Es war eine Mischung aus Hoffnung und Trostlosigkeit, aus Freude und Leid, es bestand aus den gegensätzlichsten Gemütsverfassungen. So etwas hatte ich bei noch keinem Buch empfunden. Ich war mir nicht sicher, ob mir das gefiel. Ich hatte zwar noch etliche andere Bücher, die ich durchsehen musste, aber trotz komischen Gefühl war meine Neugier geweckt. Und ich muss gestehen, ich war einfach zu faul jetzt wieder aufzustehen, ins Wohnzimmer zu gehen, um mir ein anderes zu holen.

Die erste Seite war eher nichtssagend, nur ein einziges Wort befand sich darauf. Trotz meiner Befürchtung den Text nicht lesen zu können, waren es vertraute Buchstaben, die ich sah:
𝐍 𝐄 𝐃 𝐄 𝐍 𝐖 𝐎 𝐑 𝐇 𝐓 𝐑 𝐄 𝐕 𝐎

Was sie bedeuteten wusste ich jedoch nicht. Ich schlug das Buch wieder zu, um mir die Rückseite anzusehen. Vielleicht würde ich dort eine kurze Inhaltsangabe und den Namen des Schriftstellers finden, denn dieser wurde weder vorne auf dem Einband benannt noch auf der ersten Seite. Sobald das Buch geschlossen war, verflüchtigte sich das namenlose komische Gefühl. Hinsichtlich des Namens wurde ich leider enttäuscht, die Rückseite glicht der Vorderseite, die Verzierungen waren nur etwas anders und der Titel fehlte. Ansonsten wies sie nichts weiter auf. Also versuchte ich es auf der letzten Seite und schlug das Buch wieder auf. Das Gefühl kehrte zurück, ganz merkwürdig, aber ich dachte mir noch nichts dabei. Auf der letzten Seite war nicht ein einziger Buchstabe geschrieben, verwirrt blättere ich eine Seite zurück und musste feststellen, dass auch sie völlig unbeschrieben war. Ich schlug eine andere Seite auf, auch sie war leer. Und so ging es weiter, bis ich auf der ersten Seite angelangt war.
Was sollte das? Ein Buch und nur ein einziges Wort beschrieben? Es war ja nun nicht so, als wäre es ein schlichtes Notizbuch aus alten Zeiten, solche hatte ich zahlreich in den Händen gehalten. Nein, bei diesem Buch hatte sich jemand besondere Mühe gegeben und je nachdem aus welcher Zeit es genau stammte, war seine Herstellung nicht gerade günstig gewesen. Na Klasse, somit hat mein Tag ja nun das perfekte Ende gefunden. Gefrustet nahm ich meinen Tee, machte mich Bettfertig und gefolgt von Hemingway legte ich mich schlafen.
Das wortlose Buch


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Und auch wenn dieses Buch nur dieses eine Wort enthält, und der nachfolgende Text vielleicht nur spekulationen sind, so bin ich der Meinung, das er und das dazugehörige Bild genau hier hin gehören und gezeigt werden müssen:

"Ein sehr altes, aber gut erhaltenes Buch. Von ihm scheint eine Art Magie auszugehen. Es enthält nur ein Wort und verrät doch so viel. Es ist im Laufe seines Daseins durch viele Hände gegangen, hat viele Menschen in seinen Bann gezogen und ihr Schicksal verändert, zum Guten wie auch zum Schlechten. Glück und Erfüllung, aber auch Schmerz und sogar der Tod säumen seinen Weg. Der Ursprung des Buches ist unbekannt und namentlich wird es nirgendwo erwähnt.

Es scheint, als hätte es eine Aufgabe zu erfüllen und würde seinen temporären Besitzer selbst wählen. Im Nachhinein kann niemand sagen, sollte er denn noch in der Lage sein zu reden, woher es kam, aber ebenso wenig, wohin es gegangen ist. Denn so plötzlich wie es in das Leben seines jeweiligen Besitzers trat, so plötzlich war auch sein Verschwinden."

Hinweis: Ich habe einen Ausschnitt meiner Balkonszene genommen und mit Paintshop Pro und einigen urheberrechtsfreien Grafiken das Buch erstellt, beides zusammengefügt und mit meinen üblichen Programmen bearbeitet, ich habe keine KI verwendet. Das Sammelkarten-Layout ist mein eigenes Design.

Die Reise beginnt.... etwas unerwartet....


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Nebelschwaden stiegen auf und verzerrten die Landschaft um mich herum zu etwas surrealistischem. Feuchtigkeit hing in der Luft, sie legte sich auf meine Haut, drang in jede meiner Poren und verursachte ein Gefühl der Kälte. Schützend legte ich die Arme um mich, aber das brachte nicht wirklich etwas. Ich sah mich um, drehte mich um mich selbst. Das vertrocknete Laub untern meinen Füssen knisterte unnatürlich laut in der Stille rundherum.
Ich versuchte mich zu erinnern, wo ich mich befand und wie ich hier hergekommen war. Doch sosehr ich mich auch bemühte, ich hatte keinerlei Erinnerung daran. Etwas berührte mein Bein, erschrocken sprang ich ein kleines Stück zurück. Das Geräusch, welches dabei meine Kehle verließ klang unmenschlich. Ich sah runter und sogleich beruhigte sich mein schnell schlagendes Herz. Dort saß Hemingway und sah mich, fragend wie mir schien, an. Ich bückte mich, um ihn zu streicheln, doch was meine Augen dann sahen, ließ mich erstarren. Wo einst meine Finger waren, befanden sich krallenähnliche Gebilde, blau schimmernd und mit Federn bewachsen. Mein Blick folgte meinen Armen, auch diese hatten sich verändert, ebenso mein gesamter Körper.
Was ging hier vor? Das konnte doch nur ein Traum sein. Ich kniff in meinen rechten Arm, was dank der Krallen sehr schmerzhaft war. Es fühlte sich real an, auch der Blutstropfen, der durch das Federkleid schimmerte, war echt und ich erwachte nicht, wie erhofft, aus diesem Alptraum.
Da ich ein eher rational denkender Mensch bin, versuchte ich eine logische Erklärung zu finden. Was selbstverständlich unmöglich war. Vielleicht hatte ich etwas falsches gegessen und befand mich nun in einer Art Delirium. Ja, das musste es sein. Der Rosenkohl war bestimmt dafür verantwortlich. Beruhigt durch diese Gedanken, so unlogisch sie auch waren, sah ich mich neugierig um. Wenn mein Gehirn mir schon etwas vorgaukelte, wollte ich wenigstens erkunden, was mein Unterbewusstsein erschaffen hat.

Ich befand mich in einem Wald, zumindest vermutete ich das aufgrund der zahlreichen Bäume um mich herum. Sie hatten nicht nur durch den Nebel etwas Unreales an sich, bei genaueren Betrachten hatten sie mit keinen mir bekannten Bäumen Ähnlichkeit. Ihre Blätter, wenn man sie denn so betiteln kann, waren oval und an ihren Enden befanden sie Zacken, die sehr scharf aussahen. Mit ihnen wollte ich keine nähere Bekanntschaft machen. Auch die Farbe war eher ungewöhnlich, wenn nicht sogar unbeschreiblich. Rot, mit einem Hauch Blau und je nach Blickwinkel umgab sie ein weißer Schimmer. Sie waren wunderschön und gleichzeitig sehr beängstigend.
Ich beschloss ein paar Schritte zu gehen, um zu sehen, ob ich einen Weg aus diesem merkwürdigen Wald heraus fand. Vorsichtig wich ich Baum für Baum aus. Leider wurden sie nicht weniger und ich fluchte leise vor mich hin. Ich versuchte es zumindest, denn die Worte, die meinen Mund verließen ergaben für mich keinen Sinn. Weder klangen sie nach meiner Mutter- oder einer mir anderen bekannten Sprache, noch konnte ich die Stimme, die ich hörte, mit meiner eigenen in Verbindung bringen. Naja, Rosenkohldelirium, was hatte ich erwartet? Entschlossen setzte ich meinen Weg fort. Leider war ich zu sehr damit beschäftigt aufzupassen, das keins der Blätter mich verletzte, so kam es, dass ich einen Ast, oder was auch immer übersah und stürzte.
Erschrocken fuhr ich hoch. Verwirrt schüttelte ich meinen Kopf und langsam tauchte mein Verstand aus dem dichten Nebel des Traums auf. Ich hatte in meinem Leben ja schon so manch merkwürdigen Traum gehabt, aber keiner war so lebhaft wie dieser gewesen. Ich konnte noch immer die Kälte spüren und meine Haut schimmerte feucht im Mondlicht, das durch das offene Fenster fiel. Und da war auch die kleine Wunde, die ich mir beim Versuch wachzuwerden selber zugefügt hatte.
Ein Blick zum Wecker zeigte mir, dass ich nur wenige Minuten geschlafen hatte. Ich legte mich wieder hin und kuschelte mich ein. Wenige Augenblicke später war ich wieder eingeschlafen. Und bis zum nächsten morgen schlief ich traumlos durch....