Morgan MacAilis - Gitti Frank

Morgan MacAilis - Unter diesem Namen kennt man mich im Internet. Aber es ist mehr als nur ein Nick. Es ist der Name, mit dem ich mich, meine kreative Ader, identifiziere. Er steht für das etwas Andere, das Dunkle, das Geheimnissvolle. Er steht für Tiefe, Freiheit und für die wilde Leidenschaft unter der Oberfläche. Er ist ein Teil von mir, immer da, ergänzt mich, vervollständigt mich. Und manchmal übernimmt er die Kontrolle, stellt sich ins Licht. Und während Gitti dann, mitsamt ihrem Stress, den Alltagssorgen und Pflichten in den Hintergrund rückt, mit den Schatten verschmelzt und schliesslich vollständig ausgeblendet ist, taucht Morgan in ihre Gedanken ein. Sie geht auf Reise durch ein inneres Labyrinth und entdeckt immer wieder neue Wege. Sie reist auf den Wellen der Erinnerung und interpretiert sie neu. Mit den Wolken schwebt sie in unbekannte Welten und in den Tiefen eines dunklen Waldes findet sie Zuflucht. Und sie schreibt.... und schreibt.... und schreibt....

Gitti Frank - Geboren wurde ich in einem relativ kleinen Nest im hohen Norden, genauer gesagt in Leer, Ostfriesland. Dort erblickte ich am 21.12.1971 gegen 5:40 Uhr morgens das Licht der Welt. An meine Kindheit erinnere ich mich nicht wirklich, weiss nur, dass sie ein wenig.... sagen wir mal.... chaotisch war mit meinen Eltern, meiner Oma und noch einen Onkel unter einem Dach. So Generationshaushaltmässig. Und da meine Oma eine Wäscherei hatte, Familienbetriebtechnisch, die sich im Haus befand, war auch der Rest meiner Verwandtschaft mehr oder weniger jeden Tag in meiner Nähe. Und ich die ersten fünf Jahre meines Lebens als einziges Kind mitterdrin, also kann ich nicht wirklich behaupten, dass ich eine richtige Bezugsperson hatte. Was wohl einiges erklärt.
Da ich meine Eltern relativ früh verloren habe, bin ich dann bei meiner Tante und Onkel gelandet. Ich glaube, die hatte es in meiner Teenagerzeit nicht gerade einfach mit mir. Was ich damals selbstverständlich so sah, Teenager halt.

Mit 18 Jahren meinte ich dann die Nase voll zu haben und zog rein spontan aus. Erwähnte ich schon, dass ich hin und wieder sehr spontan und dickköpfig sein kann? Bin dann bei meinem Freund untergekommen. Nun ja, nach einigen Stress und hin und her, suchte ich mir dann was eigenes.
Es folgten einige turbulente Jahre, in denen ich mich mit meinem Freund verlobte, wir zwei Kids bekamen, heirateten und uns wieder trennten. Irgendwann landete ich im Internet und lernte meinen späteren Mann kennen, der in Krefeld lebte. Das ich meine Heimat verlassen würde, hätte ich zwar nie im Traum gedacht, aber irgendwie hielt ich es in Leer nicht mehr aus, und entschloss ich mich rein spontan mit Sack und Pack zu meinen Freund nach Krefeld zu ziehen....
Ich glaub, ich erwähnte schon, dass ich sehr spontan sein kann, oder? ;)
Es folgte wieder mal eine Bahnfahrt mit Höhen und Tiefen, meine Familie wuchs um 2 Kinder und meine 2. Ehe hielt auch nicht bis ans Lebensende, so kann's halt gehen.

Die Zeit meiner "Freiheit" lebte ich erstmal aus, ging Abends wieder weg und lernte eine Menge interessanter Menschen kennen. Viele von ihnen möchte ich nicht missen, auch wenn ich mich doch eher selten bei ihnen melde, um es nun mal harmlos auszudrücken. Bin halt noch immer der Eigenbrödler.
Irgendwann wagte ich dann mal wieder eine Beziehung, die mich zwar ans Fotografieren brachte, aber ansonsten auch nicht von Dauer war.

Im Laufe der Zeit machten sich dann einige Defizite an mir Bemerkbar, in Form von Taubheitsgefühlen. Es stellte sich dann heraus, dass ich einen Gendefekt mit der Bezeichnung HNPP habe. Es gibt zwar schlimmeres, aber es schränkt mich körperlich doch hin und wieder schon stark ein.

Und hier bin ich nun also, vier Kids, zwei gescheiterte Ehen, eine Katze, eine Kamera, einen Computer, viele viele Bücher, den Kopf voller unterschiedlichster Gedanken und ein Körper, der nicht so will wie mein Kopf es gerne hätte. Bin gespannt, wo mich mein Weg noch hinführen wird....

Ich bin noch auf der Reise - Ich habe mich noch nicht gefunden, weder meinen Platz in dieser Welt, noch mein wahres Wesen in mir. So viele Ideen und Gedanken stecken in meinem Kopf. Teilweise kann ich sie nicht mal zu fassen bekommen, sie sind wie Nebelschwaden, immer nur als Hauch erkennbar. Manchmal kann ich meine inneren Welten nicht nach aussen tragen, weder durch Bild, noch durch Wort. Das stimmt mich traurig. Und manchmal sind es einfach zu viele. Mir fehlt Zeit und Raum, ich kann mich nicht mit allen auseinander setzen.
Wie soll ich entscheiden welche ich unbeachtet ziehen lassen?

Ich fühle mich wie ein Kind im Süssigkeitenladen, kurz vor Ladenschluss. Bonbons, soweit das Auge blicken kann. Alles auf einmal wollen und wissen, es würde unsagbare Schmerzen verursachen.
Denken, denken, denken....
Nehme ich das sofort greifbare? Oder lieber das dort ganz hinten?
Kopf abstellen, spontan handeln....
Meist eile ich dann los, greife mir von allem ein kleines bisschen, und hoffe, der Geschmack, der mir auf der Zunge bleibt reicht aus. Reicht aus um mich später an Farbe und Form zu erinnern, und daran, wo ich das (oder heisst es den?) Bonbon fand. Es wird mir alles zuviel. Und doch ist es mir nicht genug.

Was ich mir wünsche?
Zeit, Raum, Ruhe - Zeit, die nie vergeht - Raum, der niemals voll wird - Ruhe, um jeden noch so kleinen Gedanken zu fassen.

Ich habe mich noch nicht gefunden, bin unvollständig, facettenreich, so viel in einer Person und nichts beendet.
Ich habe mich noch nicht gefunden und werde es auch wohl nie.
Drum nehme ich mich so wie ich jetzt bin und bleibe trotzdem für alles offen.

Meine Empfindungen? Positiv? Negativ?
Ich versuch es mit Rational....

Meine Hobbies - Ich lese leidenschaftlich gerne, meistens Trivialliteratur, kitschige Liebesromane die in früheren Jahrhunderten spielten. Habe über 800 Romane hier der Wohnung und im Keller rumschwirren. Da wird jeder Umzug zur wahren Freude, aber von ihnen trennen? Auf keinen Fall. Obwohl ich sagen muss, dass ich schon lange nicht mehr die Ruhe hatte, ein Buch zur Hand zu nehmen und mich einfach bei Kerzenschein und leiser Musik von den geschrieben Buchstaben davon tragen zu lassen.
Schreiben ist auch mein Ding, naja, in Phasen zumindest. Gedichte und Kurzgeschichten enspringen meiner Feder. Während meine Geschichten jedoch eher selten etwas werden, schreibe ich häufig einfach mal drauf los und versuche so meine Gedanken aus meinem Kopf zu bekommen. Meistens gehe ich ohne Block und Kulli gar nicht aus dem Haus, denn ich weiss nie, was mir so durch den Kopf schiessen wird und ob es zu Papier gebracht werden sollte.

Ich beschäftige mich mit 3D-Programmen wie Daz/Studio, Carrara und Bryce. Da es allerdings ein sehr zeitaufwenidiges Hobbie ist, bleibt es meistens auf der Strecke. Paintshop Pro ist mein bevorzugtes Grafikprogramm, und die Nik-Filter sind einfach genial, ich liebe das Experimentieren damit. Ich liebe es sowieso selber etwas zu erschaffen, sei es nun einem Foto ein neues Ausssehen zu verpassen, einer leeren Bilddatei Farbe und Worte zu geben, mit ein paar Codes eine harmonische Internet-Seite zu kreieren oder irgendwas was anderes schönes. Solange es am Pc ist, denn handwerklich habe ich eher zwei linke Hände und bin da dann eher ein Inprovisationsgenie ;)

Ich stehe total auf Serien. Bin quasi ein Serien-Junkie. Wo wir dann bei einen anderen meiner Hobbies angelagt sind, zocken. World of Warcraft ist auch ab und an ein Muss für mich, aber zur Zeit habe ich mal wieder eine "Zock-freie-Phase". Muss ja auch mal sein.

Meine größte Leidenschaft ist aber inzwischen die Fotografie. Ich habe zwar nicht die beste Ausrüstung und meine Fotos sind häuftig durch meine Beeinträchtigung etwas unscharf, aber ich liebe es einfach. Gehe ich ohne meine Nikon aus dem Haus, fehlt etwas, ich fühle mich nackt. Es fing alles damit an, dass mich mein damaliger Freund überedete seine Zweitkamera mal zu testen. Wer mich kennt kann sich vorstellen, dass er dazu recht lange brauchte. Ich und neue technische Sachen.... Hilfe.... Panik.... Da ich für meine Texte copyrightfreie Grafiken brauchte, stimmte ich dann schliesslich aber doch zu und wagte mich das Teil in die Hand zu nehmen. Eine neue Sucht war geboren....

Meine Visionen - Oft stellt sich mir die Frage, wieso alles so ist wie es nun mal ist, und welcher große Sinn, welches Ziel hinter allem steckt. Betrachte ich die Menschheit, das Leben, die ganze Geschichte und Veränderungen seit Anbeginn der Zeit, so frage ich mich, ob es sich überhaupt lohnt Gedanken zu haben, da ja alles mehr oder weniger vergänglich ist. Doch ich möchte nicht einfach so verblassen und in der Dunkelheit des Vergessens verschwinden. Ich möchte wie ein leuchtender Stern erstrahlen, einen Weg weisen, oder zumindest etwas bewegen, und sei's nur gedanklich. Doch dies ist mir leider nicht möglich, oder mir ist der Weg noch nicht gezeigt. (Okay, inzwischen denke ich etwas anders darüber.)

Wie auch immer, ich fühle mich gefangen im kleingeistigen Kerker meiner Gefühle, eingesperrt in der Trostlosigkeit, die sich meiner bemächtigt hat. Es scheint so, als wenn es kein Entkommen geben würde, ich von einer Welle Hoffnungslosigkeit fort getragen werde und ich mich tief in den Irren eines inneren Labyrinths wieder finde.

Es steckt so viel in mir, so viele Gedanken, Gefühle und Geschichten, doch ich kann sie nicht fassen. Manchmal meine ich, sie brechen aus mir raus, doch versuche ich sie von mir zu geben, das heißt, fange ich an zu schreiben, so verschwinden sie wieder und lassen ein Gefühl des Verlustes zurück, welches ich nicht verarbeiten kann und das mich melancholisch werden läßt. Ich möchte so vieles schaffen, so viele Ideen schlummern in mir, doch fange ich an sie umzusetzen, kommt mir eine andere, eine bessere, gigantischere Idee.... und so geht es immerzu.... und letztlich stecke ich dann den Kopf in den Sand und lasse mich von einer Gleichgültigkeit trösten, die mich doch belügt, durch die ich mich selbst belüge, wenn nicht gar aufgebe.... Doch zum Glück kann ich über mich selber lachen und so vergeht auch das wieder und eine neue Phase beginnt....

Rebellischer Freigeist, chaotisch träumende Realistin - Ich interpretiere vieles anders als normal, bin leicht düster und melancholisch angehaucht. Menschen, die nicht der Norm entsprechen, faszinieren mich. Und Männer mit langen Haaren sind voll mein Ding. Ich liebe Schottland, auch wenn ich selber noch nie da war. Mein größer Wünsch ist es, wenn meine Kinder denn dann irgendwann ihr eignes Leben führen, meine sieben Sachen in einen Rucksack zu packen, meine Kamera zu nehmen und die gesamte schottische Küste lang zu wandern. Auch wenn ich davon ausgehe, dass ich ihn nie verwirklichen kann, stimmt es mich nicht traurig, denn wichtig ist letztlich ja nur, das man Träume hat.

Ich bin chaotisch und beziehungsunfähig, darum habe ich auch nicht vor meinen Alltag mit einem männlichen Wesen anzureichern, habe schliesslich drei davon um mich herum :)

Ich bin meistens sehr ruhig (okay, ich quassel zwar wie ein Wasserfall, so ohne Punkt und Komma, aber ich bezog es nun eher auf meine Stimmung). Nur bei Menschen, die mir etwas bedeuten, gerate ich regenmässig ans Limit und werde oft laut. Ich nenne es immer italianisches Temperament. Und da meine Kinder ähnlich ticken, kann man sich ja vorstellen, was hier ab und an mal so los ist. Was raus muss, muss nun mal raus, und hinterher ist alles wieder okay ;)

Ich stehe auf Weingummi und Salat, bin Raucherin und Kaffee-Junkie und vertrage meistens nur wenig Alkohol. Ich kann mich zwar der Situationgemäss anpassen, aber meistens sage ich das, was mir gerade in den Sinn kommt und verhalte mich so wie mir gerade gefällt. Ich glaub, irgendwie bin ich in vielen Momenten eine kleine Rebellin. Ich bin ein "Phasen-Mensch" und das zum Teil hardcore. Was nun bedeutet: Fast alles was ich mache, betreibe ich eine zeitlang extrem, dann nervt es mich, ich beachte es nicht mehr und wende mich der nächsten Sache zu. Dazu gehört lesen, schreiben, basteln, zocken, Serien schauen, fotografieren und Kontakt zu anderen Menschen. Es gibt Zeiten, da hört und sieht man mich wochenlang nicht und dann wiederrum hat man Probleme mich wieder loszuwerden.

Mit der Rechtschreibung habe ich es auch nicht so, was man aber vielleicht mitbekommen haben sollte, sollte man sich denn echt die Mühe gemacht haben, den gesamten Text bis hierhin zu lesen *lach*

Schwarz, weiss, viele Grautöne und der Griff nach den Sternen - Ich glaube an das Gute im Menschen und ich weiss, dass es nicht nur gute Menschen gibt. Aber mir ist auch bewusst, dass gute Menschen in der Lage sind böses zu tun, wenn es die Umstände erfordern. Und dass böse Menschen sich dem Guten zuwenden können. Ich sehe Schwarz und Weiss, aber auch die extrem vielen verschiedenen Grautöne. Und ich vertrete die Meinung, dass man stets offen sein und alles von allen Seiten betrachten sollte, bevor man anfangen kann sich ein Urteil zu bilden. Yeah, und das im Zeitalter von Facebook & Co ;)
Ich hoffe, dass die Menschen es endlich mal schaffen über ihren Tellerrand zu schauen und unvoreingenommen das Große und Ganze betrachten. Wobei die Betonung auf unvoreingenommen liegt. Etwas, was quasi ausgestorben ist, oder zumindest auf dem Weg dahin.

Ich wünsche mir zwei Sachen (von meinem Schottlandtrip mal abgesehen). Die da wären: Ein Zeitmaschine und eine einsame Insel.

Mit der Zeitmaschine würde ich von Anbeginn der Zeit bis zu ihren Ende reisen und alles in mich aufsaugen. Ich möchte alles, wirklich alles, miterleben, beobachten, sehen, verstehen. Ich will wissen wie, wieso, warum und weshalb. Ich möchte die Zusammenhänge sehen, die Entwicklungen, wissen wie alles anfing und wieder endete. Und nicht nur auf die großen Geschehnisse bezogen, die in Büchern zu finden und für die Nachwelt erhalten worden sind. Nein, ich möchte auch die unbedeutesten Dinge und Menschen sehen und verstehen. Und auch das Nichtsichtbare.
Ich würde man sagen, dieser wunsch ist nicht zu erfüllen ;)

Dann wäre da noch meine einsame Insel. Herrlich die Vorstellung der absoluten Ruhe, des Friedens und der absoluten Einsamkeit. Kein Stress, nichts was einen belastet. Keine äusseren Einflüsse die einen beeinflussen. Nur man selber, seine eigenen Empfindungen und Gedanken. Ganz in sich selber eintauchen, sich selber finden und halten. Ich darf mir immer wieder anhören, dass das auf dauer nicht mein ernst sein kann. Ich kann dazu nur sagen: Oh doch. Klar bräuchte ich essen, trinken und andere Sachen zwecks Körperpflege. Tabak und Kaffee wäre auch wichtig, denke ich zumindest. Strom und fliessend Wasser wäre auch von Vorteil. Und ein Pc, mit Internetanschluss. Inzwischen ist meine einsame Insel zu einer kleinen Hütte abseits anderer Häuser geworden. Man muss schliesslich realistisch bleiben wenn man nicht gerade im Geld schwimmt ;)



ICH - Ein Wesen mit vielen Gesichtern, facettenreich und ganz bestimmt nicht immer einfach